27. März 2011

Kenia - Tag 12 - Abschied von den Kindern



Jambo!

Am Vormittag stand ein Besuch in der Kirche an. Einmal hautnah miterleben, wie in einer kenyanischen Kirche gesungen und gepredigt wird. Beeindruckt von den Erlebnissen sind wir zurück zu Bernard.

Nach dem Mittagessen zu den Kindern, um uns zu verabschieden. Im Waisenhaus erwarteten Lisa, Claudia und ich von Margit und Stefan eine Überraschung. Da waren wir aber mal gespannt!

Wir wurden nach draussen gerufen und Margit und Stefan stellten sich auf, jeweils umgeben von einigen Kindern. Und dann gings los: Sie fingen an zu singen, erst Stefans Gruppe, dann fiel Margits Gruppe ein - ein Kanon also. Und nun ratet mal, was für ein Lied. Na? Ein deutsches Volkslied, nämlich "Hejo, spann den Wagen an, seht der Wind treibt Regen übers Land. Hol die gold'nen Garben, hol die gold'nen Garben". Die haben doch das tatsächlich am Morgen während etwa einer Stunde mit je einer Handvoll Kids eingeübt und es klang wirklich gut! Und die Kinder machten voller Tatendrang mit und sangen voller Inbrunst. Eine gelungene Überraschung!

Dann war es Zeit, mich von den Kids zu verabschieden, was mir ziemlich schwer fiel. Ich habe sie in mein Herz geschlossen und sie zeigten mir heute, dass es zumindest einigen von ihnen ähnlich erging. Viele fragten, wann ich wiederkommen werde, ich wollte ihnen nichts versprechen, aber ich hoffe, dass ich sie nächstes Jahr wiedersehen kann. Wäre schön! Ich bekam noch zwei Chapatis mit, die gerade frisch vom Feuer kamen und die die Kinder hergestellt hatten. Waren übrigens sensationell gut! Ich versuchte, mich von allen Kindern persönlich zu verabschieden, aber einige habe ich dann doch verpasst, die spielten vor dem Zaun Fussball. Ich hoffe, sie nehmen es mir nicht übel.

Das wird nun wahrscheinlich mein letzter Eintrag aus Kenia sein, der Rest folgt dann von zu Hause aus, wenn ich wieder online bin.

Achja, was ich gestern vergessen habe zu schreiben: Ich habe die Bekanntschaft mit Paul machen dürfen, er war übers Wochenende zu Besuch im Waisenhaus. Was für ein erfrischend offener Junge respektive junger Mann, der, als er uns sah, übers ganze Gesicht strahlte. Und wären da keine Ohren gewesen, wär das Lachen rundherum gegangen! Er führte mir dann gestern einige Gymnastikübungen vor, die er in Bura täglich zu machen pflegt und er erzählte mir zudem, dass er täglich joggt. Seine Hosen hinderten ihn daran, den Spagat richtig vorzuführen, so entschuldigte er sich und er würde sich jetzt umziehen gehen. Wenig später kam er in Turnhosen wieder, so konnte er mir seine Gymnastikübungen besser vorführen! :-) Wow, was für eine Lebensfreude Paul trotz seiner Behinderung(en) ausstrahlt! Vor solchen Menschen ziehe ich wahrlich meinen Hut (der heute von einem der Kinder mit einem Filzstift "verziert" wurde...).


So, ich habe geschlossen... fürs erste... nochmals asante sana für alle, die hier mitgelesen haben, nun ist ein paar Tage Geduld gefragt, danach gibts einen Abschlussbericht. Wie es danach weitergeht? Keine Ahnung... ich werd mir was überlegen! :-)

Kwaheri!

Sonja

Kommentare:

  1. Sonja Du wirst wieder kommen .... ein Kirchenbesuch in Afrika hat immer etwas besonderes und etwas mit sehr viel Leben gefülltes.
    Grüsse sendet Dani

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  2. Hallo Sonja
    Auch wenn du meinen Kommentar erst in der Schweiz lesen wirst, ich danke dir ganz herzlich für die tollen Berichte die du täglich geschrieben hast.
    Ich habe deine Tagesberichte hier immer feste mitgelesen und muss schon sagen das du eine gute "Schriftstellerin" bist - denn es kommt alles so direkt, interessant und ehrlich rüber!
    Freue mich dich wieder zu sehen und kann jetzt schon das Leuchten in deinen Augen sehen wenn du von deiner Zeit hier erzählst...
    LG Herlinde

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  3. Jambo Dani
    Jambo Herlinde

    Afrika werde ich bestimmt nicht zum letzten Mal bereist haben, ein Kontinent, in dem es viel zu entdecken gibt. Auch von Kenia habe ich erst einen kleinen Teil gesehen und doch habe ich in dieser kurzen Zeit soviele nette Menschen kennenlernen dürfen.

    Und Herlinde: Gern geschehen! Ich lese selber gerne Reiseberichte von andern und habe mich deshalb dazu entschieden, alle, die möchten, an meiner Reise teilhaben zu lassen. Und wenn auch nur eine/r dadurch "angesteckt" wird, auch mal an so einem oder ähnlichen Projekt mitzuwirken, dann freue ich mich umso mehr! Ich habe sicher sehr viel gegeben, aber viel mehr durch die Kinder zurückbekommen!

    Asante sana!

    Sonja

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  4. liebe sonja,
    ich kann dir nur danke sagen für deine tollen postings und ich versichere dir, dieses land und diese menschen werden dich nie mehr loslassen...
    ganz liebe grüsse
    christa

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Asante sana für Euren netten Kommentare.

Viele kleine Leute, an vielen kleinen Orten, die viele kleine Dinge tun, werden das Antlitz dieser Welt verändern.